Mitglieder des Ortsbeirates: Wolfhard Hammen (CDU)

Vielen seiner Kolleginnen und Kollegen im Ortsbeirat für Elmschenhagen und Kroog hat Wolfhard Hammen etwas voraus: Er ist in Kiel geboren und im Stadtteil Kroog aufgewachsen. Auch wenn der Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik für zehn Jahre nach Hamburg gezogen war, zog es ihn bald zurück an die Förde. Seit einigen Jahren genießt er seinen Ruhestand und lebt mit seiner Frau auf dem elterlichen Grundstück in Kroog.
Als Wolfhard Hammen 2002 in den Ruhestand trat, war ihm bereits klar, dass er sich engagieren und einbringen wird. Zudem steht er im ehrenamtlichen Netzwerk „seniorTrainerin“ zur Verfügung und stellt hier das Erfahrungswissen aus seinem Berufsleben zur Verfügung. Außerdem war er als Schöffe am Landgericht Kiel tätig.
Eine Erklärung für dieses ehrenamtliche Engagement das er erbringt, findet er genau so einfach wie überraschend: „Unsere Generation hatte ein hervorragendes Leben, das von wirtschaftlicher Blüte geprägt war“, betont Hammen und fügt hinzu, dass es vor diesem Hintergrund doch auch eine Aufgabe sei, für andere da zu sein.
Gerade auch auf den Stadtteil bezogen ist er überzeugt, dass die Generationen, die im Stadtteil zusammen leben, auch zusammen wirken müssen. So sehe er seine Aufgabe im Ortsbeirat durchaus auch als Knotenpunkt in einem Netzwerk. Politische Zusammenhänge hätten ihn schon immer interessiert, gesteht das Mitglied des Ortsbeirates. Mitglied einer Partei, der CDU, wurde er aber erst vor einigen Jahren, als ihn für diese Legislaturperiode seine Suche nach einem, wie er es nennt, „wirksameren Ehrenamt“, der Weg in den Ortsbeirat führte. Eine Aufgabe für die er sich aktiv angeboten habe.
Am Ortsbeirat Elmschenhagen-Kroog genießt er vor allem, dass es unabhängig von politischen Grundeinstellungen eine gute Zusammenarbeit gebe. „Jeder kann mit jedem offen sprechen“, beschreibt Wolfhard Hammen die Situation im Gremium, wohlwissend, dass das nicht in allen Ortsbeiräten so funktioniere. Allerdings sieht er auch, dass die Arbeitsstruktur sicherlich noch verbessert werden könne. Mit der entsprechenden Ruhe könne man fundierte Entscheidungen treffen. Im Dialog käme man sicherlich zu den besseren Lösungen, ist er sich sicher. Bei ihrer Arbeit, so sagt Wolfhard Hammen, sollten die Ortsbeiräte aber durchaus auch den Blick für das richtige Maß erhalten.
Grundsätzlich profitiert er von seiner guten Ortskenntnis und der Erfahrung im Stadtteil. Dazu kommen Erfahrungen, die er immer wieder neu macht, darunter sind auch ganz alltägliche: „Ich bin viel mit dem Fahrrad unterwegs. Das hat den Vorteil, dass man überall schnell anhalten kann, um etwas genauer zu betrachten“, sagt Wolfhard Hammen. Und zugleich kann er so auch den Verkehrsfluss aus einer anderen Perspektive betrachten.
Anregungen für sein Ehrenamt von Mitbewohnern bekommt er relativ selten. Oftmals finden die Anregungen erst gar nicht den Weg auf die Tagesordnung des Ortsbeirates, sondern sie lassen sich oft problemlos mit einem Telefonanruf erledigen.
Auf seiner Wunschliste für die Stadtteile würde ein spezieller Bürgertreff stehen. Möglichst auch ein Ort, der entsprechend von allen Einwohnern generationsübergreifend akzeptiert und genutzt würde. Er fände es falsch, den Fokus nur auf die ältere Bevölkerung zu legen. Der Stadtteil müsse für alle Generationen attraktiv sein. „Es ist nicht nur damit getan, dass ein Bus hält und ich eine Möglichkeit zum Einkaufen bekomme“, ist sich Wolfhard Hammen sicher und fügt hinzu, auf den meist recht großen Grundstücken müssten ja auch Gärten gepflegt oder Schnee geräumt werden. Er ist sich sicher: Ab einem bestimmten Lebensalter ändern sich Notwendigkeiten, die nicht mehr mit einer Busverbindung und einem Laden gedeckt werden können. Man müsse sich auch überlegen, dass man statt dem eigenen Haus irgendwann eine „erleichterte Wohnform“ finden müsse. Dafür baue er auf das Zusammenspiel von Jung und Alt, möglichst auch außerhalb von familiären Strukturen. So könne sich auch in einem Stadtteil wie Kroog einiges bewerkstelligen lassen.

[Kiel - Elmschenhagen, 30.05.11, Text: Uwe Zeitter]

 

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