Eis und Schnee haben Elmschenhagen und Kroog im Griff.
Fotos: Uwe Zeitter
Ein ungewöhnlich harter Winter im Norden bäumt sich in diesen Wochen nochmals auf, bevor er sich dem
Ende neigt. Ein Winter, in dem viele Grenzen erreicht wurden. Eis, Schnee und die dauerhaft
kalten Temperaturen haben ihre Spuren hinterlassen, nicht nur bei den Nerven
der Berufspendler und Autofahrer, sondern auch bei vielen Elementen, an denen
man es nicht vermutet. Gerade Wohnraum und Grundstücke sollten jetzt auf
diese Spuren des Winters überprüft werden.
Die sind reichlich, weiß Klaus Beckmann. Sein Team in der Generalvertretung
der AXA Versicherung wurde in den letzten Wochen besonders von winterlichen Schadensfällen
strapaziert. Wer nun aber vermutet, dass es dabei meistens um Blechschäden
ging, liegt daneben: „Wir haben weniger Fahrzeug-Schäden als in einem
lauwarmen Winter“, berichtet Klaus Beckmann und fügt hinzu: „Die
meisten sind tatsächlich vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen,
das macht sich bemerkbar“. Dennoch sorgen geplatzte Wasserleitungen und
Haftpflicht-Delikte rund um die Räumpflicht für volle Schreibtische.
Auch zunehmende Anfragen zur Deckung von Elementarschäden verzeichnet die
Generalvertretung. Starkregen oder auch das Gewicht des Schnees auf Gebäuden
verursachen zunehmend Schäden auch in diesen Breiten.
Der Versicherungs-Profi rät auf jeden Fall dazu, Schäden zu minimieren
und rechtzeitig Fachleute einzuschalten und wenn dann doch etwas passiert, ist
eine kurze Vorwarnung an das Versicherungsbüro zweckmäßig. Beckmann
und sein Team stehen in diesen Fällen generell mit Rat und Tat zur Seite
und können den Umgang mit dem Schaden erleichtern.
Das Wechselspiel von Tau und Frost sorgt nicht nur auf Straßen für
spiegelglatte Flächen, auch auf den Dächern bildet sich Eis und setzt
dadurch Dachziegel, Regenrinnen, Regenrohre und Flachdachabdichtungen erheblichen
Beanspruchungen aus. Dachflächen sollten im Frühjahr auf jeden Fall
kontrolliert werden, rät Rolf Pirch. Der Dachdeckermeister und sein Team
sind Höhen gewohnt und stehen gerne zur Verfügung.
Schnee und Eis sorgen nicht nur für bizzare Anblicke, sondern bergen auch Gefahren.
Besonders augenscheinlich sind Schäden, die am Mauerwerk entstehen. Kälte
und Eis sorgen dafür, dass Feuchtigkeit hinter dem Putz gefriert oder sich
sogar dann Wasser sammeln kann. „Die Frostschäden sind durch Risse
oder abgeplatzten Putz recht leicht erkennbar“, betont Maurermeister Jan
Volk. Diese Schäden sollten, um eine Ausweitung der Beschädigungen
zu vermeiden, behoben werden – spätestens bis zum nächsten Frost.
Wie aus dem Nichts erschien in den vergangenen Wochen das Thema Frostschutz für
Rohrleitungen in den Medien. Improvisierte Versuche, Leitungen aufzutauen, sorgten
sogar für Einsätze der Feuerwehr. Auch Jens Lehmann ist in diesen Tagen
noch reichlich mit dem Thema beschäftigt. Der Inhaber von Elektrotechnik
Nord (ETN) installiert Systeme, die die Temperatur der Leitungen über dem
Gefrierpunkt halten. „Das könnte man eigentlich auch vorbeugend im
Sommer machen und sich im Voraus viel Ärger ersparen“, schmunzelt
der Elektriker. Vor allem Leitungen in älteren Häusern füllen
im Moment den Terminkalender der Mitarbeiter vom ETN - Team: Rohrbegleitheizung
heißt dabei eines der Stichworte. Und Jens Lehmann weiß, dass die
aktuelle Kälteprobe keine Garantie dafür ist, dass die Installationen
auch kommenden Wintern standhalten. Er empfiehlt Besitzern, die bislang noch
Glück hatten, sich in den wärmeren Monaten beraten zu lassen und möglichst
auch die Installationen auf Schäden überprüfen zu lassen.
Keinen weiteren Aufschub dulden die Schäden, die in der Natur entstehen.
Gerade an Bäumen sind durch die Schneelasten und Vereisungen zahlreiche
Schäden, sogenannte Frostsprengungen, entstanden. „Wir haben einige
Bäume gefällt oder gemäß ZTV Baumpflege eingekürzt,
um Gefahren zu vermeiden“, erzählt Mirko Oswald. Bei der ZTV Baumpflege
handelt es sich um die „Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen
und Richtlinien für Baumpflege“, die von der Forschungsgesellschaft
Landschaftsentwicklung & Landschaftsbau formuliert wurden.
Der Inhaber von Oswald Gärten weiß, wie wichtig es ist, dass Bäume
im Auge behalten werden. Herabstürzende Äste stellen eine große
Gefährdung dar, nicht nur dort, wo die Bäume direkt an Grundstücksgrenzen
oder gar an Straßen und Gehwegen stehen. Sobald der Boden in den nächsten
Wochen nicht mehr so stark gefroren ist, können Bäume, die weichen
mussten, auch durch „Nachwuchs“ ersetzt werden.
Bei Oswald Gärten werden im Moment übrigens auch Schäden von einem
ganz anderen winterlichen Phänomen kuriert: „Einige Gärten unserer
Kunden haben Blessuren vom Silvester-Feuerwerk davon getragen“, plaudert
Oswald aus dem Nähkästchen. Auch hier legen die Garten-Profis derzeit
eifrig Hand an.
Spurensuche
Geduldig zurücklehnen können sich die Bauherren, die auf den Baustoff
Holz gesetzt haben. Schäden sind in diesen Bereichen von Haus und Grund
unwahrscheinlich. „Carports und Vordächer sind so ausgelegt, dass
sie den aktuellen Schneebedingungen mühelos standhalten“, beruhigt
Zimmermann Timm Schippmann und fügt hinzu: „Auch das Holz selbst sollte
diese Witterung schadensfrei überstehen.“
Auf ein wenig Entspannung bei der Wetterlage hofft man auch bei der Guttau GmbH,
die Gebäudereiniger bieten selbstredend auch die Winterdienste auf den Grundstücken
ihrer Kunden an. „Die letzten Wochen waren unsere Mitarbeiter fast durchgehend
gefordert“, erklärt Michael Plambeck, der Abteilungsleiter für
diese Sonderdienste im Unternehmen. Freie Wochenenden gab es für die Mitarbeiter,
die bei starkem Schneefall von den Morgen- bis in die Abendstunden mehrmals täglich
für den Winterdienst zu sorgen hatten, in den letzten Wochen quasi gar nicht,
beschreibt er. Im Vergleich zu früheren Wintern kam es zu einem enormen
Anstieg der investierten Arbeitszeit. Im letzten Winter sei der Aufwand bereits
gestiegen und in diesem Jahr sei es schon richtig heftig geworden. Inzwischen
dreht sich die Arbeit aber mehr darum Schnee- und Eismassen, die beim Tauwetter
abrutschen, zu beseitigen. Wenn dann noch nach dem Tauwetter die Gehwege und
Flächen wieder von den Spuren des Streuguts befreit sind, dann ist dieser
Winter auch für die Mitarbeiter von Guttau abgehakt, freut sich Plambeck
durchaus auch auf ein Ende der weißen Pracht.
Langanhaltende Schneefälle waren in den vergangenen Jahren eher die Ausnahme.
Wer Mütze, Schal und den unansehnlichen, bräunlichen Schnee aber so
richtig satt hat, der kann sich in einer ruhigen Minute damit behelfen, sich
in die Karibik zu träumen oder noch besser: Der kann sich gleich um den
kommenden Sommerurlaub kümmern. „Das tun derzeit viele unserer Kunden“,
berichtet Ole Ploen vom Reisedienst Bölck mit einem Blick auf seine Unterlagen.
Das lohnt sich zur Zeit auch noch finanziell, erklärt der Reisefachmann: „Wer
noch bis zum 13. Februar eine Reise, die ab April angetreten wird, bucht, spart
mit unserem Frühbucher-Rabatt 3%!“ Wer nicht mehr so lange warten
möchte, den bringen die Profis vom Reisebüro des Reisedienstes aber
auch schneller in wärmere Regionen.
Besonders beliebt sind die Fahrten zur Saison-Eröffnung, die der Reisedienst
Bölck anbietet. „Für viele ist das einfach schon mal ein Vorgeschmack
auf den großen Sommerurlaub“, verrät Ploen. An den Wochenenden
5. bis 7. oder 12. bis 14. März geht es „ins Blaue“. Beide Fahrten
sind schon sehr stark frequentiert. „Ein paar Plätze haben wir aber
noch frei“, betont er. Über das Ziel bewahren die Mitarbeiter des
Reisedienstes absolutes Stillschweigen. Dennoch, mit Blick auf den Schneeberg
im Hof des Unternehmens, verrät Ole Ploen mit einem Augenzwinkern: „Ich
kann versprechen, dass die Route nicht nach Norden führt!“ Über
das Programm gerät der Reisefachmann dann so richtig ins Schwärmen:
Spitzenhotel mit Schwimmbad und Sauna inklusive, tolle Buffets, eine hochkarätige
Abendveranstaltung und weiteres sind für einen handlichen Preis zu bekommen.
Wem die Zeit für einen spontanen Urlaub fehlt, der kann sich von Beate Kähler
zumindest kurzzeitig von der Kieler Kälte zur Behaglichkeit inspirieren
lassen. Sie kümmert sich um Wellness und Entspannung und ist sich sicher,
dass sie es schafft, vom Winter abzulenken. „Vor allem Behandlungen mit
einem heißen Stein schaffen eine wohlige Entspannung“, verspricht
sie. Ebenso wirkungsvoll, auch wenn man das vielleicht erst einmal nicht glauben
mag, sind so genannte Klangmassagen. Dabei werden Schwingungen von speziellen
Klangschalen auf den Körper übertragen. Vor allem wer nach einem langen
Arbeitstag Entspannung und Ablenkung sucht, ist bei Beate Kähler richtig.
Terminabsprachen sind übrigens nach 17 Uhr telefonisch möglich.
[Kiel - Elmschenhagen, 29.01.10, uz]
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[Unser Tippgeber, Reisedienst Bölck, im Internet]
[Unser Tippgeber, Wellness & Entspannung ist unter Tel 782176 erreichbar]